Mit seinen Angeboten an weihnachtlichen Geschenken, selbstgemachten und auserwählten Produkten, seinen herzhaft-deftigen oder verführerisch-süßen Schmankerln, seinen würzigen Gerüchen und weihnachtlichen Melodien stimmt er uns auf das Fest ein, ist Treffpunkt und Reiseziel. Kurzum, ein Sehnsuchtsort zum Verweilen, Entdecken und Erleben.

Romantisch oder lieber etwas exotisch? So finden Sie Ihren schönsten Weihnachtsmarkt.

Aus bunten Buden duftet es nach gebrannten Mandeln und nach Glühwein, Lichterketten leuchten und Kerzen brennen, lauschige Musik sorgt für stimmungsvolle Momente… Wer liebt es nicht in den Wochen vor dem Fest über Weihnachtsmärkte zu schlendern, ein wenig zu schlemmen, ein wenig zu shoppen. Kinder vergnügen sich in den kleinen Fahrgeschäften, bestaunen liebevoll gestaltete Krippenspiele und nostalgische Spielzeugstände, Kollegen und Freunde treffen sich auf einen Glühwein am Abend. Warum nicht auch einen kurzen Städtetrip oder Ausflug unternehmen zu einem ganz besonderen Weihnachtsmarkt mit exotischem Ambiente oder altertümlichen Brauchtum? Jede Stadt und jede Region lebt ihre eigenen Traditionen auf ihren Weihnachts- und Christkindelmärkten und setzt individuelle Akzente im vorweihnachtlichen Veranstaltungskalender. Von Romantik bis Rummel, von mittelalterlichem Flair bis zu Fun auf der Eisbahn ist für jeden Geschmack und jedes Alter etwas dabei. Wir begeben uns auf eine Rundreise von Nord nach Süd und Ost nach West und zeigen, welch große und kleine, rummelige oder ruhige Märkte und welch verborgene Schätze die Weihnachtsmarktlandschaft in Deutschland zu bieten hat. Eine Typologie der Weihnachtsmärkte in Deutschland.

Die ältesten Weihnachtsmärkte

Weihnachts- und Christkindelmärkte haben eine sehr lange Tradition in Deutschland. Entwickelt haben sie sich aus mittelalterlichen Märkten, auf denen sich die Menschen zu Beginn der kalten Jahreszeit mit Fleisch und winterlichem Bedarf eindeckten. Später kamen Handwerker wie Spielzeugmacher, Korbflechter und Zuckerbäcker hinzu, die Kleinigkeiten besonders für Kinder zu Weihnachten feilboten.
Der Bautzener Wenzelmarkt und der Dresdner Striezelmarkt gelten als die ältesten Märkte in Deutschland und blicken auf eine rund 600 Jahre alte Geschichte zurück. Noch heute sind auf dem Dresdner Altmarkt die Traditionen aus längst vergangenen Zeiten lebendig, kommen doch die berühmtesten Beispiele weihnachtlichen Kunsthandwerks wie Nussknacker und Weihnachtspyramiden aus dem nahen Erzgebirge. Seinen Namen verdankt der Striezelmarkt allerdings dem Vorgänger des Dresdner Stollens. Beim Dresdner Stollenfest am Sonnabend vor dem 2. Advent tragen die lokalen Bäcker in einem feierlichen Umzug einen Riesenstollen durch die Stadt, der anschließend auf dem Striezelmarkt angeschnitten wird.
Auch das nahe Leipzig feiert alljährlich auf dem Historischen Weihnachtsmarkt am Naschmarkt seine im Jahre 1458 begründete Tradition weiter. Die große erzgebirgische Bergparade, bei der rund 500 Trachtenträger und mehrere Kapellen durch die Innenstadt ziehen, freundliche Verkäufer in traditionellen Kostümen und der größte freistehenden Adventskalender der Welt üben eine große Anziehungskraft auf seine Besucher aus.

Etwas weiter im Süden entstand 1498 in Augsburg der „Lebzeltermarkt“. Lebzelter verarbeiteten unter anderem Honig zu Lebkuchen, stellten Gebildgebäck (Springerle) und Kerzen her. Noch heute wird die alte Handwerkskunst fortgeführt und Springerle nach alten, oft religiösen Vorlagen gebacken und auf ausgesuchten Märkte angeboten. Auf dem Augsburger Christkindlesmarkt sollten sich Besucher aber auch das Engelespiel nicht entgehen lassen. Bei dem mehrmals wöchentlich stattfindenden Schauspiel erscheinen 23 Engel an den Fenstern des Renaissance Rathauses, spielen Weihnachtsweisen auf Instrumenten der Renaissance und verwandeln den Ort in eine Art lebendigen Adventskalender.

romantischer Weihnachtsmarkt mit Buden

© Stadt Nördlingen – Weihnachtszeit in Deutschland lädt zum Bummeln ein

Die berühmtesten Märkte

Nicht weit von Augsburg entfernt feiert die Stadt Nürnberg den vielleicht berühmtesten Christkindlesmarkt des Landes: Alljährlich wird er am Freitag vor dem ersten Advent vom Nürnberger Christkindl von der Empore der Frauenkirche feierlich eröffnet und lockt mit seiner schönen Lage auf dem Hauptmarkt im Herzen der Stadt Besucher aus der ganzen Welt an. Im „Städtlein aus Holz und Tuch“, wie sein Beiname ist, werden neben Glühwein und den obligatorischen Nürnberger Rostbratwürsten vor allem traditionelle Weihnachtswaren in den rund 180 liebevoll mit rot-weißen Stoffdächern dekorierten Holzbuden angeboten.

München bietet wie alle Großstädte in Deutschland einen bunten Strauß unterschiedlichster Christkindelmärkte. Der älteste und größte von ihnen findet auf dem Marienplatz vor dem Münchner Rathaus mit seinem rund 30 Meter hohen und weithin leuchtenden Weihnachtsbaum statt und verzweigt sich von dort sternförmig in der Fußgängerzone. Eine der Besonderheiten ist der zweimal im Advent stattfindende Krampuslauf. Gestalten in archaischen Masken treiben nach einer alpenländischen Tradition als böse Nebenspieler des gutmütigen Nikolaus ihr – zumeist lustiges – Unwesen auf dem Marienplatz und weisen unliebsame Zeitgenossen zurecht.

Glanzvoll und wohlklingend geht es auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt zu: Täglich verbreiten Konzerte im Innenhof des Alten Schlosses und auf der Treppe vor dem Rathaus festliche Stimmung. Der 1692 erstmals erwähnte Markt mit seinen inzwischen rund 280 Ständen gehört zu den größten und prächtigsten in ganz Europa. Das musikalische Rahmenprogramm ist ein wesentliches Element des Marktes mit Konzerten von Chören und Musikgruppen aus der gesamten Stuttgarter Region.

Blicken wir weiter Richtung Norden leuchtet der Frankfurter Weihnachtsmarkt mit über 200 aufwendig dekorierten Ständen vor der beeindruckenden Kulisse des Römerbergs und der geschichtsträchtigen Paulskirche sowie in den angrenzenden Gassen. Den Mittelpunkt bildet die Bühne vor dem Römer, auf der zahlreiche Auftritte und Aktionen stattfinden und auf der eine lebensgroße Krippe Groß wie Klein beeindruckt. Kunsthandwerklich Hochwertiges spielt auf dem Frankfurter Markt eine wichtige Rolle, z.B. Frankfurt-typisches Steingut oder Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge.

Natürlich wird auch in der Hauptstadt einiges an Winterzauber geboten mit einem bunten Angebot unterschiedlichster Märkte in allen Stadtteilen. Allein in Berlin-Mitte muss man sich zwischen 20 Märkten entscheiden. Besonders unterhaltsam geht es auf dem nostalgischen Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt zu mit einer Mischung aus bildender Kunst, alter Handwerkskunst sowie Show und Animation – laut einer Studie belegt der Markt sogar Platz 1 in Deutschland für Erlebnis und Angebot.
Unser Tipp für Berlin: Eine abendliche Lichterfahrt durch die festlich erleuchtete Stadt inklusive Weihnachtsmarkt-Stopp.

Wer eine Städtereise plant, sollte auch auf die Angebote der Deutschen Bahn achten. Zu vielen Weihnachtsmarkt-Destinationen gibt es aktuell günstige Tickets ab 29 Euro. Und ohne Auto kann man sich man sich vielleicht auch zu einem duftenden Glühwein oder einer wärmenden Feuerzangenbowle verführen lassen.

Die romantischsten Märkte auf Burgen und Schlössern

Zahlreiche Schlösser und Burgen in allen Regionen Deutschlands öffnen zur Adventszeit ihre Tore und laden zu nostalgischen Adventsmärkten in ihre beschaulichen Innenhöfe und Gärten ein. Abseits des Trubels der Großstadt liegt hier der Zauber vergangener Zeiten in der Luft und lässt den Besucher Romantik abseits des Rummels genießen. Im Norden des Landes veranstaltet zum Beispiel das Schloss Liebenberg in Brandenburg an allen Adventswochenenden einen besinnlichen Weihnachtsmarkt, der seine Besucher mit Handwerkertreiben, Märchenwald, Weihnachtsengel, bunten Marktständen und wärmenden Feuerstellen verwöhnt.
Ein „Wintermärchen“ verheißt der Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz. An allen Adventswochenenden findet dort ein Markt der Spiel- und Handwerksleute mit Vorführungen alter Künste und Gewerke, Märchenspiele, Gaukeleien & Jonglage statt. Besonderes Highlight: Im Gewölbe der Festung gibt es eine unterirdische Kasematten-Weihnacht voller leuchtender Herrnhuter Sterne mit Anbietern regionaler Naturprodukte sowie einer lauschigen Märchengrotte.
In Bayern ist der romantische Thurn und Taxis Weihnachtsmarkt im Schlosshof von St. Emmeram in Regensburg eine feste Größe geworden. Alljährlich verführt hier die zauberhafte Kulisse zum Verweilen mit einem Angebot aus regionalem Kunsthandwerk, musikalischen Darbietungen, weihnachtlichen Lesungen, Kinderprogramm und kulinarischen Schmankerln.
Im Nordwesten des Landes zieht die Schlossweihnacht auf Schloss Dyck in Jüchen, Nordrhein-Westfalen, seine Besucher in ihren Bann. Vor dem anmutigen Wasserschloss gibt es ein hochwertiges Angebot an Weihnachtsartikeln und ein Gastronomierondell auf der Orangeriehalbinsel. Eine der Attraktionen ist das lebendige Krippenspiel im Englischen Landschaftsgarten. Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen lädt die Burg Satzvey bei Euskirchen zur Burgweihnacht mit historischem Weihnachtsmarkt und mittelalterlichem Krippenspiel. Besonders schön ist der Mittelaltermarkt in Miniaturform, der in liebevoller Kleinstarbeit eine Szenerie mit alten Berufsständen und betriebsamen Miniaturfiguren zeigt.
Und im Südwesten begeistert die Heidelberger Schlossweihnacht: Im Stückgarten des Schlosses erstrahlt der Markt mit Lichtern, Kerzen und Laternen. Mit einem heißen Getränk in der Hand genießt man hier bei weihnachtlicher Musik einen erhabenen Blick über die schöne Altstadt.
Weitere romantische Märkte finden sich nach Bundesländern sortiert auf der Website deutsche-weihnachtsmaerkte.de. Neben dem Programm gibt es dort auch nützliche Infos zu Lage und Anfahrt sowie eine Besucher-Bewertung.

Die attraktivsten mittelalterlichen Märkte

Fackeln, Felle, Feuerkörbe… Das Mittelalter fasziniert und lebt auf vielen Weihnachtsmärkten in seiner schönsten Form wieder auf. Ganz zünftig geht es beispielsweise im sächsischen Chemnitz zu, wo eine Klosterweihnacht anno 1400 gefeiert wird mit Musikanten, die auf eigenwilligen Instrumenten spielen, wo Jongleure und Feuerspucker begeistern und grimmsche Märchen die Kleinsten in vergangene Zeiten entführen. Weiter im Westen des Landes betört die mittelalterliche Zeltstadt im nordrhein-westfälischen Siegburg bei Trommel- und Dudelsackklängen Liebhaber mittelalterlicher Traditionen: Authentisch nachgebaute Marktstände bieten handwerklich Gediegenes längst untergangener Fertigkeiten, Gaukler belustigen mit Späßen und Musik Alt und Jung. In Hannover erleben Besucher im Finnischen Weihnachtsdorf fröhlich vorweihnachtliches Treiben bei einem Rundgang durch ein echtes Lappenzelt und können bei vielen Aktionen mitmachen – vom Filzen bis zum Schmieden. In Baden-Württemberg ist der Esslinger Mittelaltermarkt der größte seiner Art in Süddeutschland und hat eine ganze Menge für einen erlebnisreichen Besuch zu bieten: Ob auf der Bühne oder in den quirligen Gassen, überall wird Ware wie anno dazumal dargeboten, alte Handwerkskünste gezeigt, es wird gesungen und gespielt. Highlights sind eine Falknervorführung auf der Burg, ein mittelalterlicher Tanzabend sowie der traditionelle Fackelumzug zur Wintersonnenwende.
Auch in Bayern lebt das Mittelalter auf vielen Märkten wieder auf. Auf Schloss Guteneck bei Nabburg zeigen u.a. Rittergruppen historisches Lagerleben, auf dem Mittelaltermarkt auf der Fürther Freiheit verzaubern Gaukler, Stelzenläufer, Spielleute und Feuerkünstler und in der Landeshauptstadt sorgt das Münchner Adventsspektakel mit viel Musik, Tanz und mittelalterlichem Treiben bei Feuerzangenbowle und Zwergentrank für ein tolles Ambiente.

Märkte mit viel Fun & Action

Neben Romantik, Mittelalter und Brauchtum orientieren sich andere Weihnachtsmärkte mehr Richtung Fun & Action für seine Besucher. Vielerorts werden für die Winterwochen extra Eislaufflächen aufgebaut, z.B. in Magdeburg, Stuttgart, Duisburg, Karlsruhe und München. In Köln erwartet die Besucher der weihnachtlichen Altstadt ein ganz besonderes Erlebnis mit einer großen Eisfläche, langen Laufwegen, einer Umfahrung um das imposante Reiterdenkmal, Bahnen zum Eisstockschießen, einer Brücke über das Eis und vielem mehr. In Bremerhaven haben Alt und Jung Spaß auf der 45 Meter langen Natureis-Rodelbahn, in Magdeburg lieben Kinder die 35 Meter lange Weihnachtsrutsche und in Essen erstrahlt die ganze Stadt bei den Lichtwochen. Dieses Jahr wird Dänemark Gastland der 67. Essener Lichtwochen vom 30.10.2016 bis 08.01.2017. Im Advent wird mit leuchtenden Motiven die Innenstadt illuminiert und ein richtiges Lichtspektakel am vorweihnachtlichen Himmel inszeniert.

Die gemütlichsten Weihnachtsmärkte

Winterstimmung beim Weihnachtsmarkt

©Tegernseer Tal Tourismus GmbH – Kälte und Schnee machen einen Weihnachtmarkt erst richtig schön

Wer anstelle des großen Rummels lieber das kuschelige Flair kleiner und feiner Märkte genießen möchte, findet hier eine Auswahl besonders gemütlicher Ausflugsziele im Advent:

In der niedersächsischen Kaiserstadt Goslar verzaubert der Weihnachtsmarkt mit 80 urigen, liebevoll dekorierten Hütten in der historischen Altstadt zusammen mit dem märchenhaften Weihnachtswald im Schuhhof vor mittelalterlicher Kulisse.

In Hessen glänzen besonders die Märkte in Mainz und Wiesbaden. Der Sternschnuppenmarkt in Wiesbaden wurde 2002 völlig neu konzipiert. Auf dem Schlossplatz zwischen Rathaus und Stadtschloss sowie rund um die Marienkirche berauscht ein Meer aus Lichtern und Farben die Sinne der Besucher. Von einem Riesenrad schaut man auf leuchtende Sternschnuppen, bunte Buden und einen mit tausenden Lichtern bestückten Weihnachtsbaum.

Das romantische Flair vergangener Zeiten verströmt der Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt in der Nähe von Stuttgart. Hier schlendert man gemütlich unter erleuchteten Arkaden entlang. Lichtertore und Engel mit glitzernden Flügeln schaffen eine besondere Atmosphäre vor den zwei strahlenden barocken Kirchen am Marktplatz.

romantisch: Lagerfeuer im Winter zur Adventszeit

©Tegernseer Tal Tourismus GmbH – Am Lagerfeuer zur Advents- und Weihnachtszeit entspannen

Unser besonderer Ausflugs-Tipp: Weihnachtsmärkte am Wasser

Weihnachtsmärkte am Wasser mit besonderem Charme

©Tegernseer Tal Tourismus GmbH – Weihnachtsmarkt am Strandbad Rottach-Egern / Tegernsee

Lichter, die sich im Wasser spiegeln, Musik, die über den See klingt, das Geräusch von Wellen, die sich am Ufer brechen… Am Wasser gibt es eine ganz besondere Weihnachtsstimmung, die sich auf verschiedenen Märkten vom hohen Norden bis an die Alpen genießen lässt:

In der Lübecker Bucht ist Anfang Dezember Fischers Wiehnacht. Hier macht sich der Niendorfer Hafen winterlich fein. Norddeutsche, skandinavische und baltische Aussteller öffnen ihre Schatztruhen phantasievoller Weihnachtsgeschenke. Ein Mitmachttheater und Weihnachtsmusik sorgen für heitere Hafenstunden.

An den Voralpen lädt der Adventszauber am Tegernsee zum Besuch ein. An allen vier Wochenenden vor Weihnachten finden in der oberbayerischen Adventsregion verschiedene Märkte statt: In Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee. Der Clou: Mit dem Schiff geht es von Markt zu Markt.

Am Bodensee glitzert es besonders bei der Hafenweihnacht in Lindau sowie am Weihnachtsmarkt am See in Konstanz. Auf der Weihnachtsinsel Lindau gibt es viel Kunsthandwerk vor schöner Kulisse und in Konstanz genießt man den Marktzauber von der Innenstadt bis hinaus aufs Schiff am Hafen.

Weihnachtsmärkte in Deutschland
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